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Sabine van Wel

Der Einfluß von Ernährung auf die Gesundheit des Auges

Man erinnert sich an den alten Ratschlag Karotten zu essen, um im Dunklen besser sehen zu können. Heute müssen wir lächeln, wenn wir an die Empfehlung unserer Mütter denken. Ein Körnchen Wahrheit birgt der Tipp indes sehr wohl. Derzeit häufen sich die Hinweise, dass antioxidative Nährstoffe in vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln (gegen freie Radikale gerichtete Stoffe), wie Karotten, anderem roten und gelben Obst und Gemüse, Fischöl und Innereien, helfen können, Augenerkrankungen zu verhindern. Vor allem die Vitamine A, C und E sowie die karotinoiden Pigmente Lutein und Zeaxanthin (die sich in Obst und Gemüse finden) können Katarakte verhindern oder verzögern. Oxidative Schäden am Auge sind bei dieser Erkrankung ein großer Riskikofaktor. Bekannt ist nun, dass die schönen bunten Farben unserer Gemüse und unseres Obstes nicht nur schön aussehen, sondern auch chemisch/biologische Wirkungen haben deren Entschlüsselung erst am Anfang steht. Wer würde behaupten wollen, dass eine Ernährung bestehend aus Tütensuppen, heißen Tassen und Kartoffelchips gesund ist, auch wenn 10 Vitamine und Ballaststoffe uns gute Verwertbarkeit vorgaukeln? Niemand! Dennoch muten wir seit Jahrzehnten unseren Tieren eine solche Ernährung zu. Sie ist halbwegs preiswert, bequem und die Futterindustrie gab uns das gute Gefühl unseren besten Freund gut versorgt zu haben. Aber, ist das nicht nur ein Gefühl? Stimmt es wirklich, dass wir heute gar nicht mehr in der Lage sind, uns und unsere Vierbeiner ohne Hilfe der Nahrungsmittelindustrie mit der richtigen Ration zu versorgen? Fakt ist, Informationen über die richtige Zusammensetzung optimaler Ernährung kann man bekommen.

Katarakte (grauer Star)
Charakteristisch für Katarakte ist die Trübung der Linse, die aus Wasser und Eiweißen aufgebaut und normalerweise transparent ist. Die Linse befindet sich hinter dem farbigen Teil des Auges - der Iris - und bündelt die Lichtstrahlen auf die Makula, der „Stelle des schärfsten Sehens“ im hinteren Teil der Netzhaut.
Wenn sich ein sogenannter grauer Star entwickelt, verklumpt ein Teil des Proteins und bewirkt so eine Trübung der Linse, wodurch Lichtstrahlen diese nicht mehr durchdringen können.
Der graue Star entwickelt sich sehr langsam über einen größeren Zeitraum, wobei die Sehfähigkeit nach und nach eingeschränkt wird. Bei der chirurgischen Behandlung des grauen Stars nach Erblindung wird die getrübte Linse durch ein Implantat ersetzt.
Es ist noch nicht sicher, was die Ursache von Katarakten ist. Eine genetische Disposition scheint nicht alleiniger Auslöser zu sein. Nun scheint es einen Zusammenhang zwischen Änderungen der chemischen Zusammensetzung der Linse und dem Auftreten der Erkrankung zu geben. Als Teil ihrer normalen Funktion produzieren Körperzellen, die des Auges eingeschlossen, Substanzen, die man freie Radikale nennt. Mit der Zeit können diese freien Radikale Gewebe und Organe schädigen und man nimmt an, dass sie bei vielen Erkrankungen - wie auch bei Augenkrankheiten - eine Rolle spielen.

Obst und Gemüse
Die Forschung an Antioxidantien unterstützt die Hypothese, dass eine erhöhte Zufuhr der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe die Entwicklung einiger Katarakte und anderer Augenerkrankungen verhindern oder verzögern kann. Kürzlich wurden Studien an zwei Pigmenten, Lutein und Zeaxanthin, durchgeführt, die in hohen Konzentrationen in der Netzhaut vorliegen. Man findet Lutein und Zeaxanthin in Gemüse wie Mais und Spinat sowie in Eigelb und Tomaten. Man nimmt an, dass hohe Konzentrationen von Lutein und Zeaxanthin im Blut die Netzhaut vor den schädigenden Wellenlängen des Lichts schützen können. Wie bei vielen anderen chronischen Krankheiten kann Katarakten und anderen Leiden mit einer gesunden Ernährung viel entgegengesetzt werden. Bezogen auf die Fütterung des Hundes bedeutet das: Zufüttern von selbst zubereiteten Rationen aus Fleisch und gekochten pflanzl. Bestandteilen. Gekocht sollten Möhren und Co sein, sonst können unsere Vierbeiner sie nicht verdauen und verwerten. Und: viele, zum Teil gegen Durchfallerreger wirksame Bestandteile aus z.B. der Karotte werden erst nach längerer Kochzeit aus der Pflanze gelöst. Das vielbeschriebene Lutein aus Tomaten ist daher gerade im Tomatenmark gut verwertbar enthalten.
Karotten
Es sieht also so aus, als sei etwas dran am traditionellen Ratschlag, viele Karotten zu essen, um im Dunklen sehen zu können. Karotten enthalten BetaKarotin, das vom Körper in Vitamin A umgesetzt wird. In der Netzhaut fungiert eine Form von Vitaim A als lichtsammelnder Teil der visuellen Pigmente und ein frühes Mangelzeichen ist eine eingeschränkte Anpassung an wenig intensives Licht (Nachtblindheit). Da das Pigment der Makula aus Komponenten aufgebaut ist, die aus der Nahrung stammen, kann der Verzehr von pflanzlicher Nahrung wie Spinat, Brokkoli und Mais oder von Nahrungsergänzungsmitteln, welche die antioxidativen Nährstoffe BetaKarotin und Lutein enthalten, die Sehkraft und die Wahrnehmung von Farben beim Menschen verbessern und das Risiko der Altersblindheit verringern.
Futter-Herstellung
Selbst wenn wir nur einen Teil der Rationen unserer Tiere durch gut durchdachte, selbst hergestellte Mahlzeiten ersetzen, können wir sicher mehr für ihre Gesundheit tun. Gerade die größere Vielfalt, die Abwechslung mit „dem Gemüse der Saison“, kann der industrielle Futterhersteller nicht bieten. Einfache Rezepte dazu werden in vielen Büchern beschrieben.
Wesentliche Radikalenfänger sind Vitamine:
Vitamin A (in tierischer Nahrung), Provitamin A (in pflanzlicher Nahrung), Vitamin C (in Zitrusfrüchten, Beeren, grünem Blattgemüse, Blumenkohl, Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Zuckermelonen), Vitamin E (in Weizen, Nüssen, Sonnenblumenkernen, Rosenkohl, Spinat, Fenchel, Vollkornprodukten, Eiern, Aal, Garnelen)
Karotinoide:
Alphakarotin (in Möhren und Kürbissen), Betakarotin (in Möhren, Kürbissen, Aprikosen, Pfirsichen, Zuckermelonen, Mango, Brokkoli, Spinat), Lycopen (in Tomaten, Wassermelonen, roter Grapefruit), Lutein (in Spinat und grünem Gemüse), Zeaxanthin (in Spinat, Chicoree, Mangold, roter Bete)
Flavanoide:
Katechin (in grünem Tee, Weintrauben, Traubensaft, Wein),
Resveratrol (in Weintrauben, Traubensaft und Wein, besonders in roten Trauben),
Oligomere Proanthocyanide, abgekürzt OPC (in Weintraubenkernen, Kieferrindenextrakten)
Isoflavone:
Genistein (in Soja, Tofu)
Sonstige:
Allicin (in Zwiebel, Knoblauch, Lauch),
Anthocyane (in Heidelbeeren),
Indol und Sulphoraphan (in Kohlsorten),
Superoxiddismutase, abgekürzt SOD (in Brokkoli, Kohl, Gersten und Weizengras),
Ubichinon/Coenzym Q10 (in praktisch allen Lebensmitteln, bes. Fleisch, Eiern, Ziegen-, Esels- und Kuhmilch, Getreide),
Selen (in Kokosnüssen, Sonnenblumenkernen, Soja, Pilzen, Weizenkeimen, Getreide, Kohlrabi, Knoblauch, Eiern, Rotbarsch, Schwert- und Thunfisch, Austern),
Magnesium (in Vollkornprodukten, Nüssen, Sesam, Weizen, Bohnen, Spinat, Garnelen)
Neben den antioxidativen, „radikalfangenden“ Wirkungen bestehen Hinweise auf einige weitere Effekte einiger der vorerwähnten Substanzen:
Lycopen, Genistein, Zeaxanthin, Indol, Sulphoraphan und Selen wirken hemmend auf das Wachstum von Krebszellen.
Vitamin C stärkt die Infektabwehr, senkt Cholesterinspiegel und Blutdruck und unterstützt eine Vorbeugung der Atherosklerose.
Die Vitamine E und A, Alpha und Betakarotin sowie Ubichinon verzögern eine Alterung der Haut.
Lutein schützt vor einer bestimmten altersabhängigen Erkrankung der Netzhaut des Auges (Maculadegeneration).
Katechin schützt vor Karies und Parodontose, hemmt das Wachstum bestimmter Bakterien (Staph. aureus) und senkt den Cholesterinspiegel.
Resveratrol senkt den Cholesterin- und LDLSpiegel, erhöht den HDLSpiegel (dies nur im Zusammenwirken mit Alkohol), hemmt die Blutplättchenaggregation, besitzt entzündungshemmende Effekte und wirkt hemmend auf die Atherosklerose und ihre Folgekrankheiten.
Allicin beeinflusst günstig Blutdruck und Blutzuckerspiegel.
Anthocyane schützen gegen bakterielle Infekte und Trübungen der Augenlinse (Grauer Star).
Selen neutralisiert die toxischen Schwermetalle Quecksilber, Blei und Kadmium. Magnesium ist unter anderem für eine ungestörte Funktion der energieliefernden Mitochondrien erforderlich, beugt Osteoporose und Herzrhythmusstörungen vor und wirkt gegen das sog. „chronoische Müdigkeitssyndrom“ (Chronic Fatigue Syndrom).
Bibliographie
• Eureye Study into Visual Disability due to AMD. Study Coordinator, Professor Fletcher, London School of Hygiene and Tropical
Medicine (due to report in 2003)
• Seddon, J. M.; Ajani, U. A.; Sperduto, R. D. et al. (1994) Dietary carotenoids, vitamins A, C and E, and advanced agerelated macular degeneration. Journal of the American Medical Association 272 14131420
• Diätmanagement bei Hund und Katze, Dr. med. vet. Christine Iben, Gustav Fischer Verlag
• Deutsche Gesellschaft für Ernährung
• The Natural HistidineContaining
Dipeptide NalphaAcetylcarnosine as an Antioxidant for Ophthalmic Use M. A. Babizhayev1,2*, V. N.
Yermakova2, Yu. A. Semiletov1, and A. I. Deyev1
1Innovative Vision Products, Inc., 3511 Silverside Road, Suite 105, County of New Castle, Delaware, USA 19810
• 2Moscow Helmholtz Research Institute of Eye Diseases, ul. Sadovaya Chernogryazskaya
14/19, Moscow, 103064 Russia; fax: (7095) 9772387;
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